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WideTEK 48 vs. Magnum G600 - ein Kunde berichtet

1. September 2008

INTERVIEW mit Werner Claußnitzer, XDOC GmbH

Werner Claussnitzer

Image Access sprach mit Werner Claußnitzer. Der Geschäftsführer der XDOC, Gesellschaft für Wirtschaftsinformatik und Dokumentenmanagement, berichtete über seine Arbeit mit den Großformatscannern zweier Anbieter: dem Magnum G600 der Firma Contex und dem WideTEK 48 der Firma Image Access. Eine seltene Gelegenheit, die beiden Geräte unter realen Bedingungen zu vergleichen, die wir uns nicht entgehen ließen. Im Interview mit Holger Weeke und Jeanna Patzschke von Image Access, erklärte Werner Claußnitzer, welche konkreten Erfahrungen er mit beiden Geräten gemacht hat.

Jeanna Patzschke: Herr Claußnitzer, wie lauteten die genauen Vorgaben des Auftraggebers?

Werner Claußnitzer: Der Kunde, ein europäischer Textilmaschinenhersteller, beauftragte uns mit der digitalen Erfassung von rund 40.000 technischen Zeichnungen in verschiedenen Formaten bis DIN A0. Die teilweise aus den 50er Jahren stammenden transparenten Vorlagen sollten im schwarz/weiß Modus bei 300 dpi Auflösung gescannt werden. Ziel war ein möglichst lesbares Ergebnis zu erzielen.

Jeanna Patzschke: Mit welchen Geräten haben Sie gescannt?

Werner Claußnitzer: Für diesen Auftrag wurde ein Großformatscanner Magnum G600 von Contex mit einem LCS-Modul (Durchlichteinheit) der Firma Microbox angeschafft. Im Laufe des Auftrags wurden wir mit einer Vielzahl technischer Problemen konfrontiert und merkten, dass wir in der vorgegeben Zeit den Auftrag nicht erledigen können. Daraufhin wandte ich mich an Ihre Firma und lieh mir einen WideTEK 48 aus. Wir haben insgesamt sieben Wochen an dem Auftrag gearbeitet, meistens in zwei Schichten.

Jeanna Patzschke: Was war die besondere Herausforderung bei diesem Auftrag?

Werner Claußnitzer: Da einige Zeichnungen über ein halbes Jahrhundert alt waren, wurden viele davon an den Kanten umklebt, um sie vor dem Einreißen zu schützen. Das Klebeband war inzwischen gealtert und löste sich teilweise ab. Beim Scanner kam es dadurch zu starken Verschmutzungen der Antriebsrollen und der Glasplatte. Außerdem kam es durch verdickte Ränder häufig zu Transportproblemen beim Contex-Scanner: Das Papier konnte nicht weit genug eingeschoben werden um den Antrieb zu starten. Die Ursache lag in der Glasscheibe: sie steht ein wenig heraus und stört die Papierzufuhr. Sobald wir jedoch die Höhenverstellung an die umgeklebten Kanten anpassten, wurde der Abstand zwischen den Walzen zu hoch, um das eigentliche Papier einziehen zu können.

Holger Weeke: Die Glasscheibe in unseren WideTEK-Scannern ist etwas tiefer nach innen versetzt, so dass sie gar nicht stören kann, wenn das Papier durch die Andruckwalzen an die Glasscheibe geführt wird. Dies geschieht mit geringer Kraft, was zudem die Lebensdauer der Glasscheibe enorm verlängert.

Jeanna Patzschke: Die beiden Scanner sind – laut technischen Daten – nahezu identisch, was die Scangeschwindigkeit im schwarz/weiß Modus betrifft. Welche Unterschiede haben Sie in der Praxis beobachtet?

Werner Claußnitzer: Ich habe selbstverständlich den Dokumentendurchsatz beider Scanner gemessen und kann ziemlich genau sagen, dass der WideTEK 48 um 15-18 Prozent schneller als der Magnum ist. In unserer Branche ist die Scangeschwindigkeit neben der Scanqualität der wichtigste Erfolgsfaktor. Wir müssen bei Großformat mindestens 100 Scans pro Stunde bewältigen, um gewinnbringend arbeiten zu können. Es geht also um richtig viel Geld, da unsere Aufträge pauschal bezahlt werden. Außerdem fing das Contex-Gerät nach kurzer Gebrauchsdauer an zu quietschen, so dass wir häufig die Lager der Transportwalzen nachölen mussten, um die Arbeit am Scanner erträglich zu machen.

Holger Weeke: So weit kann es bei den WideTEK-Geräten gar nicht erst kommen, da alle Lager aus Kugellagern bestehen, die auf Lebenszeit geölt und hermetisch gekapselt sind. Dadurch kann kein Staub eindringen und quietschende Geräusche verursachen.

Jeanna Patzschke: Haben Sie weitere Unterschiede bei der Wartung der beiden Geräte beobachtet?

Werner Claußnitzer: Beide Geräte mussten aufgrund des anfallenden Staubs des Öfteren ausgeblasen und die Glasscheiben und die Auflagefläche gereinigt werden. Beim Contex-Gerät führte die Benutzung vom handelsüblichen Glasreiniger nach weniger als 1.000 Scans  zu einer Ablösung der Beschriftung auf dem Anlagetisch.

Holger Weeke: Beim WideTEK besteht das Anlagenlineal aus einer Kunststofffolie, die von hinten bedruckt ist. Deshalb kann sich durch den Glasreiniger keine Beschriftung ablösen. Außerdem befindet sich das Lineal an einer Stelle außerhalb der Bereiche, die gelegentlich gesäubert werden müssen.

Jeanna Patzschke: Der Magnum von Contex ist ein Scanner mit 54 Zoll Breite, WideTEK 48 hat jedoch nur eine maximale Scanbreite von 48 Zoll. Hatten Sie dadurch Schwierigkeiten?

Werner Claußnitzer: Die gängige Meinung im Großformatbereich lautet: Es ist besser einen breiteren Scanner zu erwerben, weil damit viele Vorlagen mit der breiten Seite gescannt werden können, was die Arbeitszeiten spart. Meine Erfahrung ist jedoch, es ist deutlich effektiver, mit einem schmaleren Scannermodell über die kurze Kante (also mit der schmalen Seite) zu scannen. Die Zufuhr der Vorlagen, insbesondere, wenn diese gerollt sind, ist somit viel einfacher. Es lohnt sich auch in der Arbeitsvorbereitung die Vorlagen zuerst auszurollen und sich über zwei Tage entspannen zu lassen, um beim späteren Zuführen der Vorlagen zum Scanner effektiver zu sein.

Jeanna Patzschke: Bei den meisten Vorlagen handelte es sich um transparente Zeichnungen. Dazu haben Sie eine Durchlichteinheit angeschafft. WideTEK 48 arbeitet zu diesem Zweck lediglich mit einer weißen Andruckwippe. Welche Vor- und Nachteile haben die jeweiligen Verfahren für Sie gehabt?

Werner Claußnitzer: Das LCS-Modul von der Firma Microbox verfügt über mehrere Helligkeitseinstellungen. Zusammen mit den normalen Scannereinstellungen wie Helligkeit und Kontrast ist es aber sehr kompliziert ein optimales Ergebnis in einer angemessenen Zeit zu erzielen. Bei einzelnen Scans mag man sehr gute Ergebnisse erzielen können, in meinem Projekt jedoch mussten die Mitarbeiter zu viele Einstellungen ausprobieren, was äußerst umständlich und zeitaufwändig war. Dies ist für Dienstleister nicht zumutbar. Mit der weißen Andruckwippe beim WideTEK 48 hatten wir überhaupt keine Schwierigkeiten. Dies scheint u. a. auf einen besseren Binarisierungsalgorhytmus des WideTEK hinzudeuten. Hier mussten wir die Helligkeitseinstellungen um lediglich 10 Prozent verändern, also entweder 5 Prozent heller oder dunkler als der Mittelwert und erreichten damit in fast 100 Prozent der Fälle sehr gute Scanresultate.

Jeanna Patzschke: Sie würden also sagen, die weiße Andruckwippe ist für transparente Vorlagen – auch wenn sie 50 Jahre alt sind – völlig ausreichend?

Werner Claußnitzer: Mit Sicherheit, und wenn ich noch den Kostenaspekt hinzuziehe, wird die ganze Sache noch eindeutiger: Der Listenpreis der LCS-Durchlichteinheit liegt bei 7.000 Euro, die weiße Andruckwippe kostet weniger als 200 Euro.

Jeanna Patzschke: Wenn Sie Ihre Eindrucke zusammenfassen, welche Vorteile hatte der WideTEK 48 gegenüber dem Magnum G600?

Werner Claußnitzer: Ich möchte drei Punkte hervorheben. Erstens, das Handling: Der WideTEK ist wesentlich einfacher in der Bedienung. Zweitens, die Performance: WideTEK hat eine höhere Scangeschwindigkeit und Dokumentendurchsatz. Drittens, die Scanqualität: Um diese Aussage zu belegen, zeige ich Ihnen einfach einige Scanbeispiele, die mit beiden Geräten gemacht wurden.

Jeanna Patzschke: Herr Claußnitzer, herzlichen Dank für das Interview und noch viel Erfolg bei zukünftigen Projekten.

Beispiele der Scanergebnisse:

Die Originalvorlage (ein 24 bit Scan)

Scanergebnis mit dem WideTEK 48 mit weißer Andruckwippe von Image Access

Scanergebnis mit dem Magnum G600 von Contex mit LCS-Modul

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